Korbinian Brodmann

Am 22. August 1918 verstarb Korbinian Brodmann in München. Was wie eine harmlose Grippe ausgesehen hatte, erwies sich alsbald als Sepsis. Bei einer Sektion verletzte sich Brodmann und holte sich so vermutlich den tödlichen Infekt.

Folgenden Brief schrieb Prof. Kraepelin an das Rektorat der Universität in München:

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In Druckschrift:
"An das Rektorat der Königlichen Ludwig-Maximilian Universität München:
Dem Rektorate habe ich die traurige Pflicht, anzuzeigen, daß Herr Professor Dr. Brodmann, Abteilungsvorstand der Deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie, an einer stürmisch verlaufenden Blutvergiftung heute Nachmittag verschieden ist. Wir betrauern in ihm einen Forscher von ganz hervorragender Begabung, der in seiner Eigenschaft schlechthin unersetzlich ist".
Prof. Dr. Kraepelin
Am 22. August 1918 an den Vorstand der Deutschen Vorschungsanstalt für Psychiatrie

 Nachruf Prof. Dr. Franz Nissl:
"Brodmanns plötzlicher Tod riß eine ungeahnte Lücke. Prof. Franz Nissl, einer seiner Kollegen in München, schrieb in einem Nachruf: “Durch seinen Tod sind die großen Hoffnungen, die wir auf sein Schaffen gesetzt haben, zunichte geworden. Und was das Schlimmste ist: in einem gewissen Sinne ist sein Verlust unersetzlich. Es gibt keinen Forscher in Deutschland, der über das Maß von rindenzytoarchitektonischem Wissen und Können verfügt wie er. Aber dankbar wird für alle Zeiten die Wissenschaft sein, daß der Schöpfer der vergleichenden Rindenzytoarchitektonik der Säugetiere ihr eine sichere Grundlage verschafft hat, auf der mit Erfolg weitergebaut werden kann".

 
Keine vier Monate später folgte ihm seine Frau Margarete. Bei der gefahrvollen und beschwerlichen Reise im offenen Güterzug - ein besseres Transportmittel gab es zu dieser Zeit nicht - holte sie ich eine schwere Krankheit und verstarb im Dezember 1918. Die Brodmanns hinterließen eine kleine Tochter. Ilse von Sandersleben, geb. Brodmann, wuchs als Vollwaise in der Familie ihrer Großeltern auf.

 todesanzeige

 

Brodmanns und seiner Frau Margarete letzte Ruhestätte ist in Forst an der Lausitz, Geburtsort von Margarete Brodmann, geb. Franke.
Der Grabstein wurde in 2011 mit Spenden aus der Heimatgemeinde Brodmanns durch einen Forster Steinmetz restauriert. 

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