zusammengefasst:

19. Juli 2018
"Werden wir das Gehirn verstehen? Von Karten und Funktionen"
07. Mai 2018
"Das Hohenfelser Land vor 150 Jahren zur Zeit von Korbinian Brodmanns Jugend“

08. und 11. Mai 2018 
"
Schüler lernen Brodmann kennen und ein Projekttag

Berichte zu weiteren Veranstaltungen, unabhängig vom Brodmann-Gedenkjahr, finden Sie im Hauptmenue unter "Veranstaltungen".
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19. Juli 2018
"Werden wir das Gehirn verstehen? Von Karten und Funktionen"
von Prof. Dr. Robert Illing

 

Prof. Illing forscht und lehrt an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Er hat verschiedene Publikationen veröffentlicht, unter anderem sein Werk "4000 Jahre Hirnforschung".

Prof. Illing zu seinem Vortrag:

Der Anfang der Gehirnforschung war mühsam, denn dem Gehirn sieht man nicht an, was es tut. Jahrhunderte dauerte der Prozess, in dem man erst den Hirnventrikeln und später dem Hirngewebe bestimmte Funktionen zuordnete. Etwa gleichzeitig begann man auch regionale Unterschiede des Gehirnaufbaus zu beschreiben, hatte aber noch keine Anhaltspunkte, was diese bedeuten. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts begannen sich die Befunde von Gehirnfunktion und Gehirnstruktur gegenseitig zu bestärken. 1908 legte Korbinian Brodmann eine Beschreibung der Architektur der menschlichen Hirnrinde in 52 Regionen (Areae) vor, ohne damals schon wissen zu können, welche Bedeutung die jeweils unterschiedlichen Gewebstexturen haben. In einer dramatisch erfolgreichen Entwicklung der Gehirnforschung erwies sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte, dass diesen Regionen jeweils besondere Funktionen zugeordnet werden können.

Heute kann man die regionale Aktivität mit bildgebenden Verfahren am lebenden Gehirn ohne Schaden für die Versuchsperson sichtbar machen. Dadurch gelingt es, die funktionelle Kartierung des Gehirns sogar in den Bereich unserer Emotionen, Denkprozesse und Bewusstseinszustände auszuweiten. Zu erwarten ist, dass dies in Zukunft in immer noch größerem Detailreichtum fortgesetzt wird.

Aber haben wir mit einer zunehmend genauen Kartierung von Gehirnstruktur und Gehirnfunktion das Gehirn schon verstanden? Ist es dadurch möglich zu erklären, wie aus den elektrischen und chemischen Wechselwirkungen zwischen Nerven- und Gliazellen unseres Gehirns Wahrnehmungen und Empfindungen entstehen? Wie man auf diesem Weg zu einer solchen Erklärung kommen könnte ist jedoch nicht erkennbar. Abschließend werde ich logische Argumente vortragen, denen zufolge es einen erklärenden Weg von den Ergebnissen moderner Gehirnforschung zu unseren Erlebnisqualitäten nicht geben kann“.

In seinem sehr anspruchsvollen Vortrag, unterlegt mit Bildern und Grafiken, kam Prof. Illing zu dem Schluss, dass künstliche Intelligenz ein Gehirn wird nie vollständig ersetzen können.

     

 

07. Mai 2018
"Das Hohenfelser Land vor 150 Jahren zur Zeit von Korbinian Brodmanns Jugend“
von Johannes Waldschütz

Für diesen geschichtlichen Vortrag konnten wir Herrn Johannes Waldschütz, Leiter des Stadtmuseums in Stockach, gewinnen.

Herr Waldschütz im Vorfeld zu seinem Vortrag:
„Als Korbinian Brodmann 1868 in Liggersdorf geboren wurde, gehörte das Hohenfelser Land zu Preußen. Das Leben auf den Dörfern war von der Landwirtschaft geprägt. In die Liggersdorfer Dorfschule gingen über 100 Schüler, die nur von einem einzigen Lehrer unterrichtet wurden. Für die rein katholischen Einwohner war der Pfarrer eine Respektsperson und der Alltag der Menschen von ihrem christlichen Glauben geprägt. Wenige Jahre nach der Geburt Korbinians veränderte sich die Situation allmählich: 1870 wurde die Eisenbahn von Stockach nach Meßkirch eröffnet, 1873 die von Schwackenreute nach Pfullendorf. Die Menschen wurden mobiler, erlernten zum Teil andere Berufe und gingen – wie Korbinian Brodmann – auswärts auf höhere Schulen. Nach dem deutsch-französischen Krieg wurde 1871 das Deutsche Reich gegründet. In den darauffolgenden Jahren versuchte die preußische Regierung, den Einfluss der katholischen Kirche im sogenannten „Kulturkampf“ zurückzudrängen".

Der Vortrag tauchte in die Zeit vor 150 Jahren ein und zeigte am Beispiel von Liggersdorf und den anderen Orten des Hohenfelser Landes Einblicke in das Leben und den Alltag von vor 150 Jahren. Mit Hilfe von Bildern und Geschichten wurden Themen wie Politik, Alltag und Beruf, Kirche und Religion, Schule und Bildung in den Blick genommen und vorgestellt, wie sich das Leben auf dem Land allmählich veränderte.

Vielen Dank Herr Waldschütz für den tollen Rückblick in die Vergangenheit.

Johannes Waldschütz     

Pressebericht Südkurier
Südkurier vom 09.06.2018

 

08. und 11. Mai 2018 
"
Schüler lernen Brodmann kennen und ein Projekttag"

Im Brodmann-Gedenkjahr soll den Schülerinnen und Schülern der Korbinian-Brodmann-Grund-schule das Leben und Wirken des berühmten Namengebers ihrer Schule näher gebracht werden.

 

Gedenktafel

Zunächst hat sich das Lehre-rinnenkollegium sehr interessiert und ausführlich im Museum über
Brodmann informiert, um nach der Schülerinnen- und Schüler-veranstaltung einen Projekttag am 11. Mai durchzuführen.

   

 
An der Info-Veranstaltung am 8. Mai erhielten die Dritt- und Viertklässler der Korbinian-Brodmann-Grundschule umfangreiche Informationen über das Leben und Forschen des Namensgebers ihrer Schule. Mit großem Interesse lauschten die Kinder den kindgerechten Ausführungen von Jochen Goldt. Im Anschluss besuchten die Schulklassen 3 und 4 das Korbinian-Brodmann-Museum und erhielten hier am Beispiel von Tafeln und Exponaten einen vertiefenden Einblick in Brodmanns Biographie und Forschungen.

Die Kinder waren begeistert bei der Sache und haben den Vortragenden und Museumsführer buchstäblich mit Fragen gelöchert.

An einem wenige Tage späteren Projekttag haben die Schülerinnen und Schüler ihr neues Wissen über Brodmann künstlerisch in Zeichnungen und Skulpturen liebevoll umgesetzt. Diese Kunstwerke werden am Brodmann Gedenktag am 17. November in der Schule ausgestellt.

Bilder des Infotages:
Schule 1  Schule 2  Schule 3 

Museum 1  Museum 2  Museum 3  Museum 4

Museum 5  Museum 6  Musum 7  Musum 8 

Museum 9  Museum 10

Download:

Wochenblatt vom 01.06.2018


Projekttag am 11. Mai 2018:

Am diesem Tag konnten die Schülerinnen und Schüler das
zuvor am Infotag über Brodmann Erfahrene künstlerisch und in Gesprächsrunden widergeben. Die Lehrerinnen berichteten über eine große Begeisterung der Kinder. Dies bestätigen auch die nachfolgenden Bilder aus den einzelnen Stationen.

Bild 1  Bild 2  Bild 3  Bild 4 
Bilder 1-4

Bild 5
Bild 5

Station 1: Das aufregende Leben von Korbinian Brodmann
Die Schüler und Schülerinnen der 1. und 2. Klasse lernten an dieser Station etwas über das Leben zur Zeit Korbinian Brodmanns. Sie verglichen z.B. die Arbeitswelt und die Schule von früher mit der Situation von heute. Die Dritt- und Viertklässler erstellten hingegen eine Zeitleiste (Bild 2+5) zum interessanten Leben Korbinian Brodmanns.

Station 2: Kunstwerkstatt – Korbinian Brodmann
Auf den Spuren Andy Warhols wurde Korbinian Brodmanns Kopf von den Erst- und Zweitklässlern farbenfroh ausgestaltet (Bild 1). Die Dritt- und Viertklässler beschäftigten sich mit den Brodmann Arealen des Gehirns, indem sie diese mit unterschiedlichen, kreativen Mustern markierten (Bild 3).

Station 3: Film und Quiz zum Gehirn
Ähnlich wie einst Korbinian Brodmann beschäftigten sich an dieser Station die Schülerinnen und Schüler mit dem Aufbau und der Funktion des menschlichen Gehirns (Bild 4). Nach einer kurzen Einführung zu den Bereichen des Gehirns und der Aufgabe des Nervensystems mithilfe eines Gehirnmodells, schauten sich die Schülerinnen und Schüler einen Zeichentrickfilm zur Funktionsweise des Gehirns an. Im Anschluss prüften sowohl die Erst-und Zweitklässler, als auch die Dritt- und Viertklässler ihr Wissen bei der Beantwortung von Quizfragen zum Gehirn Bild 2).

Station 4: „Gehirnjogging“
Die letzte Station hatte einen eher sportlichen Charakter. Die Kinder konnten unter dem Motto „Gehirnjogging“ am eigenen Leib erfahren, dass auch das Gehirn bei Bewegung und Sport ordentlichen ins Schwitzen kommen kann.