Korbinian Brodmann

gehirn1

Dieses Bild zeigt das Großhirn in einem Medianschnitt. Ihre Blickrichtung ist dabei von medial auf die rechte Hemisphäre. Als schwarzer, dicker Balken zeigt sich in der Mitte das sogenannte Corpus callosum. Diese Ansammlung von Nervenfasern verbindet die beiden Hemisphären miteinander. Die säbelzahnartige Struktur in der Mitte des Balkens stellt die Fornix, einen Faserstrang des limbischen Systems dar. Mit schwarzen Dreiecken ist der primäre sensible, mit dicken schwarzen Punkten der primäre motorische Kortex markiert. In der großflächig gepunkteten Struktur befindet sich unter anderem das Sehzentrum. Die mit Kreuzen versehene Struktur ist ebenfalls ein Teil des limbischen Systems, also desjenigen Teils des Gehirns, der an der Bildung von Emotionen beteiligt ist (NICHT ALLEINE!!). In der anatomischen Nomenklatur nennt man diese Windung den Gyrus cinguli. Die Zeichnung wurde wahrscheinlich anhand eines Präperates vom Lemuren, einer Halbaffenart, angefertigt.

gehirn3

Blick von medial auf die rechte Hemisphäre. Gelb umkreißt mit “Am” bezeichnet das Corpus amygdaloideum, einen Teil des limbischen Systems. Die Amygdala liegt im Temporallappen, grob gesagt dem Lappen, der für Hörwahrnehmung und Verarbeitung zuständig ist. Der große schwarze Fleck zeigt wohl die Lokalisation der Commisura anterior, eines Faserstranges, der die beiden Temporallappen miteinander verbindet. Die Zeichnung wurde nach dem Präparat eines Nagers (Ratte oder Maus) angefertigt. Allerdings wäre es auch möglich, dass das Präparat von einem Kaninchen stammt.

gehirn6

Ansicht von medial auf die rechte Hemisphäre. Mit “Am” ist die Amygdala markiert. Sie ist ein Teil des limbischen Systems. Die Zeichnung wurde anhand des Präparates eines Nagers (Ratte oder Maus) angefertigt.

gehirn8

Möglicherweise stellte diese Zeichnung für Brodmann eine grobe Quadranteneinteilung der Großhirnoberfläche dar. Leider ist es schwer, das Geschriebene zu entziffern. Diese Zeichnung wurde wahrscheinlich nach dem Präparat eines menschlichen Fötus angefertigt.

gehirn2

Diese Zeichnung zeigt möglicherweise einen Teil des Endes des Balkens und angrenzende Teile der grauen Substanz. (Induseum griseum??) Die Zeichnung wurde anhand eines Präparates vom Lemuren, einer Halbaffenart erstellt. (Anmerkung oben: Lemur Reg. retrosplen)

gehirn4

Der Rote Streifen weist Ähnlichkeit mit der Area 3 nach Brodmann auf. (Area 3 ist der primäre sensible Kortex, also derjenige Teil des Großhirns, der als erstes die sensiblen Informationen aus der Peripherie empfängt). Die Zeichnung entstand nach einem Präparat vom Lemuren, einer Halbaffenart, oder vom Seidenäffchen.

gehirn5

Sicht auf die linke Hemisphäre von lateral. Eine klare Abgrenzung im Vergleich mit der fertigen Karte der Areas nach Brodmann ist hier schwierig. Die Zeichnung entstand nach Vorlage von Kaninchen oder Ratte.

gehirn7

Lateralansicht auf die linke Hemisphäre. Bereits klare Unterteilung der Areas 1-9. Die Area 4 ist der primär motorische Kortex. Im hinteren Teil des Großhirns (Occipitallappen) liegen hier unbeschriftet die Areae 17-19. Dabei stellt die große, fein gepunktete Fläche Area 17 dar, ist allerdings wohl etwas zu groß gezeichnet. Area 17 ist die primäre Sehrinde. Hier erfolgt die Verarbeitung der optischen Signale aus dem Sehnerv (noch kein bewusstes Erkennen, dies erfolgt erst in den Areae 18,19). Diese Zeichnung ist die Grundlage von Bild 98 in Brodmanns Werk “Vergleichende Lokalisationslehre der Großhirnrinde”. Sie wurde anhand des Präparates eines Lemure, einer Halbaffenart, angefertigt.

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